Geschichte der Frühen Neuzeit
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Osiander, Johann

(1622-1697)

Johann Adam Osiander (* 3. Dezember 1622 in Waihingen im Württembergischen, † 26. Oktober 1697 in Tübingen) verlor durch den Krieg seinen gesamten Besitz, wurde aber 1639 in das herzögliche Stipendium (evangelisch-theologisches Seminar) in Tübingen aufgenommen. 1642 magistrierte er. 1647 wurde er Repetent; er hielt bereits Philosophie- und Theologievorlesungen. 1648 erhielt er das Diakonat in Göppingen, dann 1653 jenes in Tübingen. 1656 wurde er Doktor der Theologie. Kurz darauf wurde er zum Professor extraord. der griechischen Sprache ernannt. 1660 dann zum Prof. ordin. für Theologie und zugleich Probst der Kirchen. 1680 wurde er zum Kanzler der Universität ernannt. 1662, 1668 und 1682 war er Rektor. Trotz seiner Freundschaft mit Spener war er ein Vertreter der alten Schule, die das Hauptgewicht der akademischen-theologischen Lehren auf die Kontroversen legten. Er verwehrte sich strikt gegen das zunehmende Eindringen der cartesischen Lehren und gegen die unistischen Bewegungen zwischen Katholiken und Protestanten.

Zum Werk

Der außerordentlich erfolgreiche Osiander veröfentlichte mit der "Chronotaxis historica" eine Tabellengeschichte, die nicht nur die biblische Chronologie, Kirchengeschichte etc. darstellte, sondern auch die Geschichte der Konzile, die hier sehr übersichtlich nach Ort, Zeitpunkt, Thema etc. synoptisch dargestellt wurden. Ähnlich verfährt er auch mit den biblischen Patriarchen, den Kirchenvätern und Gelehrten, die hier nach Natio, Ordo, Tätigkeitsjahr, Werken aufgelistet werden.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Chronotaxis || historica || patriarcha- || rum, regum, impe- || ratorum, concilio- || rum, patrum, schola- || sticorum &c. Tübingen: Joh. Gottfrid Zubrot, Joh. Henrici Reisi, 1673. > zur digitalisierten Vollversion

Weiterführende Literatur:

  • Füssel, Marian: "Die neue präeminenzische Unordnung". Rangkonflikte an den Universitäten Tübingen und Ingolstadt in der Frühen Neuzeit. In: ders. und Thomas Weller (Hrsg.): Ordnung und Distinktion. Praktiken sozialer Repräsentation in der ständischen Gesellschaft. Münster 2005. S. 49—75.
  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexikon. Bd. 3. 1751.
  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexikon. Fortsetzungen und Ergänzungen von H.W. Rotermund. Bd. 5. 1816.
  • Schott, Theodor: ADB Bd. 24. S. 488—489; NDB Bd. 10. S. 270.
  • Serpilius, Georg: Epitapha oder Ehrengedächtnis unterschiedl. Theol., die in Schwaben gebohren worden. 1707.


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