Geschichte der Frühen Neuzeit
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Stübner, Johann

(1649-1705)

Johann Stübner (* 19. April 1649 in Löbschütz, † 4. September 1705 in Goldkronach ) besuchte das Gymnasium in Windsheim und in Heilbronn, wo er bei Händel, Cöler und Erhard Brecht lernte. 1669 wurde er im Christian Ernestium in Bayreuth angenommen, wo Rentsch, Leibhardt, Pertel und Fikenscher, Stumpf und Laurus zu seinen Lehrern zählten. 1671 ging er an die Universität Tübingen, wo er bereits nach 9 Monaten Doktor der Weltweisheit wurde. Anschließend wurde er Konrektor an der Heilsbronnischen Fürstenschule. 1692 wurde er an Krebens Stelle Rektor und Professor für Philosophie. 1701 gab er sein Lehramt auf, und wurde Pfarrer in Goldkronach.

Zum Werk

"Ad historiam ecclesiasticam" ist insofern ein interessantes Werk, da es, so Klaus Wetzel, eine Zwischenstellung innerhalb von Kompendiums- und Tabellengenre einnimmt, da in den Tabellen lange, geschichtsdeutende Passagen enthalten sind. Allerdings fällt hier die Darstellung ohne eine Chronologie aus, die Jahreszählungsspalten fehlen und es werden nur Ereignisse der Bibel mit solchen aus der anderen, heidnischen Geschichte nebeneinander gestellt — immer unter anderen Gesichtspunkten, die sich aber nicht an eine chronologische Ordnung halten, wenn man von der Zählspalte absieht, die die Dauer der Regierung einzelner Herrscher begleitet. Die Kategorisierung erhält so eine wertende Tendenz: Zunächst gute Monarchen (Monarchas benigniores), dann Propheten, Fürsten, Päpste (Prophetas, Duces & Pontifices), Tyrannos & Persecutores und schließlich Andersgläubige und Häretiker (Heterodoxes & Doctrinae verae Corruptores). Ansonsten ist die Gliederung klassisch nach der Monarchienlehre und üblichen Kategorisierungen nach verschiedenen Nationen abgefasst.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Ad || historiam || ecclessiasticam || veteris testamenti || introductio, || memoriae iuvendae ergo, || per tabulas synopticas || ita adornata, || ut || ecclesiae ante- & post- || diluvianae, israeliticae || itidem || ad Salvatoris usque ortum Facies, || Tum quoad ejusdem primaevam Institutionem, Propaga- || tionem & Conservationem admirandam, tum etiam violentam || Oppugnationem & perversam in doctrina fidei & morum || Corruptionem, || Unà cum || Monarchiarum Ecclesiae illi synchrónon [i. Orig. griech.], Regnorum pariter alibi || celebrium, Virorum quoq; eruditione & scriptis adhuc viventium || Skiagraphia [i. Orig. griech.] || Ob oculos breviter quidem, sincere tamen ponatur, || accurante || M. Johanne Stübnero. Nürnberg: Sumptibus Pauli Fürstii Viduae & Haeredum, 1690.

Weiterführende Literatur:

  • Cuno, Adam Chr. Carl: Gesammelte Nachrichten von d. Lebensumständen u. Schriften Evangel. Luth. Thelogen. 1769.
  • Fikenscher, G.W.A.: Beytrag zur Gelehrtengeschichte...1793.
  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexikon, Bd. 4. 1751.
  • Peuker, Johannn Georg: Kurze biographische Nachrichten der vornehmsten schlesischen Gelehrten. 1788.
  • Wetzel, Klaus: Theologische Kirchengeschichtsschreibung im deutschen Protestantismus 1660—1760. Giessen 1983. S. 90—98.


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