Geschichte der Frühen Neuzeit
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Sturm, Wenceslaus

(Mitte 16. Jh.)

Wenceslaus Sturm (m. 16.Jh) war Magister der Philosophie und Superintendent in Bitterfeld.

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Die "Chronica" des Wenceslaus Sturm ist eine schöne große auf Deutsch geschriebene Tabellengeschichte. In ihr findet man ein ausfaltbares Klammerschema zum Gebrauch der Tabellen, welche auf ungewöhnliche Weise in "gute" und "schlechte" Dinge der Weltgeschichte gegliedert ist (Samen des Gebenedeiten / Geschlecht Kains oder der Schlange). Diese Kategorisierung wird bis ins vierte Jahrtausend der Welt durchgehalten, dann folgen verschiedene Gliederungsprinzipien und ein sehr heterogener Wandel zwischen Tabellen, Stammtafeln, Fließtexten etc. Die handschriftlichen Ergänzungen deuten hier auch auf eine Verwendung im Unterricht hin.
In der Vorrede an den Grafen Otto zu Solms, Herr zu Münzenberg und Sonnenwalde heißt es, dass man aus der Geschichte "schöne Exempel, feine Beispiel, und letzlich einen klaren Spiegel" für das Leben zu lernen und zu erkennen habe (S. )( ii f.). Die chronologische Ordnung ist ebenfalls sehr heterogen, hält sich an klassische Unterteilung, wie die Periodisierung der Weltgeschichte in drei mal zweitausend Jahre nach Elias, die Monarchienlehre, die jedoch in eher unübersichtlicher Weise immer wieder miteinander verschränkt werden. Die Kategorienbildung nimmt mit dem Gang der Geschichte jedoch immer konkretere Formen an, übersteigt niemals die Anzahl von vier Spalten und die Kategorien passen sich immer an die historischen Gegebenheiten an. Im sechsten Buch jedoch werden die letzten Jahre nach 1586 nicht mehr tabellarisch, sondern als Fließtext dargestellt.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Chronica || Von anfangk || der Welt / biß auffs Jahr Chri- || sti unsers Erlösers M.D.XCVI. || Darinne nach ordnungen der Monarchien und Jahrzahl / || Geistliche und Weltliche sachen in und ausserhalb dem Römischen Reiche / || so wol auch in den letzten Jahren die Kriege im Niederlande / Franckreich / Un- || gern / und dergleichen richtig erzehlet werden || ... Dernach aber continuiret von Matthaeo Dressero. || Wie aus der Vorrede an den Leser zuuernemen. Leipzig: Abraham Lamberg, 1596. > zur digitalisierten Vollversion

Weiterführende Literatur:

  • Jöcher, Christian Gottlieb: Allgemeines Gelehrten-Lexikon, Bd. 4. 1751.


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