Geschichte der Frühen Neuzeit
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Sonderforschungsbereich 536 - Reflexive Modernisierung


Mitarbeiter aus der Geschichte der Frühen Neuzeit


Aus der Geschichte der Frühen Neuzeit am Historischen Seminar nahm Dr. Annette Meyer im Teilprojekt C8 "Moderne als Nebenfolge. Reflexive Modernisierungsprozesse in der Frühen Neuzeit" am Sonderforschungsbereich 536 "Reflexive Modernisierung" teil.

Beschreibung

Logo SFB Reflexive Modernisierung (Copyright: SFB 536)Das Teilprojekt untersucht pluralisierende gesellschaftliche Prozesse und intellektuelle Reaktionen auf diese Prozesse in der Frühen Neuzeit. Dabei sollen Analysemuster erprobt werden, die für die Zweite Moderne entwickelt worden sind; beziehungsweise vice versa, die soziologische Diagnose reflexiver Modernisierung auf ihre geschichtstheoretischen Prämissen hin untersucht werden. Ausgangsthese ist dabei die These einer "Spiegelung" von Früher Neuzeit und Zweiter Moderne, also der erstaunlichen Ähnlichkeiten der Zeit vor und nach dem Nationalstaat, vor und nach den Ausformungen von Sozialdisziplin, Uniformität, Eindeutigkeit sowie den Idealen der Gewissheit und Naturbeherrschbarkeit. Aus der Analyse der Phänomene mit den Mitteln der Theorie reflexiver Modernisierung wird dann das Potential gewonnen, größere Fragen zu stellen, die an den Kern der historischen Dimension dieser Theorie rühren: welches sind die Basisprinzipien und grundlegenden Prozesse, welche die Identität von "Moderne" garantieren, sodass sich eine "Zweite Moderne" überhaupt als Überwindung der "Halbierungen" innerhalb einer "Ersten Moderne" bestimmen kann?

Es soll dabei vermieden werden, irgendeine substantielle Gleichheit zwischen Früher Neuzeit und Zweiter Moderne zu suggerieren. Dennoch ist es in mehrfacher Hinsicht von Interesse, trotz aller Differenz den strukturellen Ähnlichkeiten nachzugehen. Denn dann wird ex negativo das Profil der "Ersten Moderne" in einer Weise transparent, die nicht auf überholten soziologischen Dichotomien wie "modern vs. traditional" beruht, sondern Binnendifferenzierungen zulässt. Die Analyse der heuristischen Funktionen des Epochenbegriffs "Moderne" leuchtet die Bedingungen einer "großen Erzählung" aus, die von der Vorphase europäischer Modernität um 1500 bis in die Gegenwart reicht. Dieser Fragehorizont geht weit über den rein historischen Ertrag für die Frühneuzeitforschung hinaus; er stellt eine Probe auf die historische Tragweite der Theorie reflexiver Modernisierung dar. Das Brückenprojekt verfolgt damit das Ziel, die Begriffs- und Theoriebildung des SFB 536 historisch vergleichend zu überprüfen, während umgekehrt Grundlagenforschungen des SFB 573 zum "Übergang Alteuropas in die Moderne" in eine strukturelle Perspektive gerückt werden können.