Geschichte der Frühen Neuzeit
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Dr. Martin Schmidt:
Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2015/16

Für Sitzungstermine, Räume und Zeiten sind die Angaben im LSF-Verzeichnis ausschlaggebend.

Basiskurs

Geschichte der Frühen Neuzeit
Dienstag, 17-20 Uhr, Historicum, Raum K 226

Die Amerikanische Revolution 1750-1790

Declaration of Independence 1776 (1819)
Vor und während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) waren die Siedlerkolonien Nordamerikas zwischen Frankreich und Großbritannien hart umkämpft. Nach dem für Großbritannien erfolgreichen Ende des Krieges schien die Herrschaft des Königreiches über die Ostküste Nordamerikas für die nähere Zukunft gesichert. Tatsächlich aber verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Zentrum und Peripherie binnen eines Jahrzehntes dramatisch. In einem rasanten Prozess verschärften sich die Spannungen zu Entfremdung und scharfem Antagonismus. Die Unabhängigkeitserklärung 1776 leitete die letzte Phase des Ablösungsprozesses ein, die mit dem Pariser Frieden 1783 endete. Zeitgleich vollzog sich die Nationsbildung, die mit der Verfassung von 1787 zu einem vorläufigen Abschluss kam. Die erste parlamentarisch-repräsentative Demokratie der Moderne war begründet.

Das Seminar thematisiert einleitend die Grundstrukturen westeuropäischer Gesellschaften des 18. Jahrhunderts und ihre Erschütterung im späten 18. Jahrhundert. Es geht auf die Besonderheiten Großbritanniens, des ersten britischen Kolonialreichs und der kolonialzeitlichen Gesellschaft in Nordamerika ein und erörtert, wie die aus Großbritannien importierten Ideen und Debatten zum Ferment der Revolution wurden. Zudem werden die eskalierenden Konflikte, die kulturellen, sozialen und politischen Aspekte der Nationsbildung sowie die Verfassungsentwicklung und die Rückwirkungen der Amerikanischen Revolution auf Europa diskutiert.

Lehramtsrelevant sind u.a. die Seminarthemen: Legitimationsgrundlagen politischer, besonders parlamentarisch-demokratischer Herrschaft, Aufklärung, Liberalismus und Konservatismus, Menschen- und Bürgerrechte, internationale Resonanz auf die Amerikanische Revolution. Die Amerikanische Revolution ist Lehrplanthema für den Geschichtsunterricht in der Jahrgangsstufe 12.

Prüfungsformen im BA, mod. LA und GSP: KL+RE+HA

Onlinematerialien im LMU-Team "Die Amerikanische Revolution" (Zugang nur mit freigeschalteter LMU-Benutzerkennung nach Anmeldung)

 

Übung (Vermittlung und Präsentation)

Mittwoch, 12-14 Uhr, Historicum, Raum K 026

Geschichte in der Karikatur: Interpretation und Präsentation eines Streitmediums

Gillray Napoleon RagingKarikaturen zählen zu den spannendsten politischen Medien und historischen Quellen der Moderne. Sie bzw. einzelne Karikaturen standen mehrfach im Ruf, Politiker und Ministerialkabinette zu Fall gebracht zu haben oder Konflikte ausgelöst und verschärft zu haben. Karikaturisten wurden juristisch verfolgt, bestochen und für Auftragspropaganda bezahlt - oder ließen sich kompromittierende Werke von den Dargestellten teuer abkaufen. Neuere Forschungen legen zudem nahe, dass Karikaturen auch die verbale und schriftliche politische Kommunikation einschneidend veränderten: Kampfschriften und politisch befrachtete Texte mit Personenportraits, Gruppen- und Milieuschilderungen bedienten sich seit dem beginnenden 19. Jahrhundert immer intensiver des karikaturistischen Arsenals der treffenden Entstellung.

Als Instrument der Vermittlung erfreuen sich Karikaturen enormer Beliebtheit und prägen nicht selten das Nachbild von Personen und Ereignissen im kollektiven Gedächtnis: Kaum eine Darstellung von Bismarcks Rücktritt verzichtet etwa auf John Tenniels „Punch“-Karikatur „Dropping the Pilot“ (in Deutschland bekannt als „Der Lotse geht von Bord“). Allerdings beschränkt sich die Verwendung in der Literatur oft auf die veranschaulichende Illustration. Tatsächlich aber lassen sich anhand von Karikaturen oft die komplexen Problem- und Konfliktlagen einer historischen Situation erschließen und vermitteln.

Die Übung thematisiert daher einführend die Entwicklung und medialen Eigenschaften der Karikatur und macht mit Methoden der Interpretation und Präsentation vertraut. Auf dieser Grundlage werden dann herausragende Künstler, Oeuvres und Einzelarbeiten von der "Goldenen Ära der britischen Karikatur" (ca. 1760-1830) bis zur Nachkriegszeit in ihren jeweiligen historischen Kontexten diskutiert.

Prüfungsform im BA und mod. Lehramt: RE

Onlinematerialien im LMU-Team "Geschichte in der Karikatur" (Zugang nur mit freigeschalteter LMU-Benutzerkennung nach Anmeldung)


Übung (Vermittlung und Präsentation)

Gemeinsam mit OStR Christoph von Ehrenstein
Freitag, 11-13 Uhr, Historicum, Raum K 302

Demokratie und Diktatur - Probleme der deutschen Geschichte: Konzepte, Forschungen und Quellen für den Unterricht

Polizeikontrolle in Berlin bei der Wahl 1933"Demokratie und Diktatur - Probleme der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert" ist das Lehrplanthema für das zweite Halbjahr des Geschichtsunterrichts im 11. Jahrgang des Gymnasiums. In rund 32 Stunden werden die Stärken und Schwächen der Demokratie sowie die Herausforderung der demokratischen Ordnungen durch die Diktaturen abgehandelt – im chronologischen Längsschnitt durch Weimarer Republik, das Dritte Reich, die Bundesrepublik und die DDR.

Wie lässt sich dieses gewaltige Spektrum an Themen erfassen und pointiert vermitteln? Die Übung reagiert auf den Wunsch vieler Studierender, Geschichtswissenschaft praxisnäher zu studieren. Das Übungsformat setzt sich zum Ziel, das Thema - entsprechend den Interessen der TeilnehmerInnen - fachwissenschaftlich zu erschließen und Unterrichtskonzepte mit einsetzbaren Unterrichtsmaterialien zu entwerfen, die im Seminar und mit Lehrern diskutiert werden.

Im Fokus dieser Übung steht der Zivilisationsbruch des Völkermords am europäischen Judentum, dessen Ursachen und Nachwirkung. Dementsprechend werden in der Übung Unterrichtsstunden zur Entstehung der Judenverfolgung, den Vernichtungslagern, zur Täterforschung und zum Umgang mit dem Nationalsozialismus in der frühen Bundesrepublik stehen. Darüber hinaus wird die frühe Bundesrepublik im Hinblick auf die Durchsetzung einer "geglückten Demokratie" (E. Wolfrum) thematisiert.

Die Teilnehmer erhalten darüber hinaus die Gelegenheit, das von ihnen erarbeitete Stundenkonzept und ihre Unterrichtsmaterialien in einer anschließenden Praxisphase im Sommersemester, an einem Schwabinger Gymnasium in einer betreuten Unterrichtseinheit umzusetzen. Besonders geeignete Materialien können unter Umständen abschließend auch online öffentlich zugänglich gemacht werden.

"[Der Kurs gibt] Lehramtsstudenten wirklich Tipps für die Praxis", "[diesen Kurs sollte] jeder Lehramtsstudierende belegen", "gerne mehr Angebote wie diesen Kurs", "immer wieder hilfreiche Tipps" lauteten einige der Reaktionen auf das neuartige Seminarformat in der letzten Evaluation. Auch die Arbeit im kleinen Kreis von 10 TeilnehmerInnen soll dabei weiter beibehalten werden.

Die Übung wird gemeinsam mit OStR Christoph von Ehrenstein geleitet; die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

Prüfungsform im BA und mod. LA: RE

Onlinematerialien im LMU-Team "Demokratie und Diktatur" (Zugang nur mit freigeschalteter LMU-Benutzerkennung nach Anmeldung)

 

Forschungskolloquium

Donnerstag, 18-20 Uhr, Historicum, Raum K 302

Doktorandenkolloquium im Promotionsprogramm ProMoHist

Logo ProMoHist

Forschungskolloquium, 2stündig
organisiert in Absprache mit den ProMoHist-Doktoranden

Das ProMoHist-Kolloquium ist in das strukturierte Promotionsprogramm ProMoHist eingebunden. Für das Wintersemester 2015/16 konnten, auf Vorschlag der teilnehmenden DoktorandInnen, erneut viele Gastreferenten gewonnen werden.

Themen und Termine