Geschichte der Frühen Neuzeit
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Strass, Friedrich

(1766-1845)

Friedrich Strass (* 10. März 1766 in Grüneberg in der Neumarkt, † 17. März 1845 in Berlin) besuchte das Gymnasium in Königsberg, dann das Joachimsthal’sche Gymnasium. Dort war er der Lieblingsschüler seiner Lehrer Meierotto und J.J. Engel. Bald darauf studierte er an der Universität Halle Theologie und Philologie. Seine Professoren Eberhard Knapp und Fr. Wolf ließen ihm großes Lob zukommen. Nach Beendigung seiner Studien begleitete er einen italienischen Grafen auf seinen Reisen nach Süddeutschland, in die Schweiz und nach Italien. Wieder nach Deutschland zurückgekehrt, verbrachte er einige Zeit bei seinem Verwandten Präsident Gerresheim in Berlin, bis er schließlich 1791 Professor an einem Kadettenkorps wurde. Im Jahr 1803 erhielt er als ein noch junger Gelehrter die bedeutende Stelle des Direktors des Pädagogiums zu Kloster Bergen bei Magdeburg. Die Kriegsperiode von 1806 verhinderte ein Aufblühen des Pädagogiums, und führte schließlich unter der westphälischen Herrschaft zur Auflösung. Eigentlich als Direktor der Ritterakademie Liegnitz berufen, musste er unter Druck der westphälischen Regierung als Direktor des Gymnasiums nach Nordhausen gehen, wo er von 1812—1820 wirkte. 1820 wurde er mit der ehrenvollen Aufgabe bedacht ein neues evangelisches Gymnasium in Erfurt zu gründen. Die Gründung brachte ihm großen Erfolg und zahlreiches Lob ein, u.a. wurde ihm die Ehrenbürgerschaft von Nordhausen und Erfurt verliehen. Nach Niederlegung seines Amtes 1841 folgte er seiner Tochter und ihrem Mann nach Glaß. Als sein Schwiegersohn jedoch kurz darauf starb, zog er mit seiner Tochter zu seinem Sohn nach Berlin, wo er dann selbst einige Jahre später starb. Zu seinen berühmtesten Schülern zählen die Generäle v. Diebitsch, v. Sendlitz, v. Kinsky, v. Below, v. Hüser, v. Selasinski und die geheimen Oberregierungsräthe J. Schulze und Seiffart, ebenso wie der Oberstudiendirektor Dr. Dilthen in Darmstadt.

Zum Werk

"Der Strom der Zeiten" ist ein ungewöhnliches Produkt der Tabellengeschichtsschreibung und in gewisser Weise symptomatisch für die spätere Entwicklung dieses Genres. Die Metapher des Flusses der Zeit, der unaufhaltsam aus der Vergangenheit in die Zukunft herabläuft, wird hier wörtlich ins Bild und in Szene gesetzt. Aus den dunklen Wolken der Urzeit entspringen die ersten Kulturen der Weltgeschichte und bilden die ersten Rinnsale, die mit der Zeit zu großen Strömen, ja zu Meeren anwachsen. Hinter diesem Bild steht jedoch die Idee der synchronistischen Tabellenordnung, die hier unverkennbar beibehalten wird.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Der Strom der Zeiten. Wien 1804. > zur digitalisierten Vollversion
  • Ueberblick || der || Weltgeschichte || zur || Erläuterung || der || bildlichen Darstellung derselben. Wien: Anton Doll, 1804.

Weiterführende Literatur:

  • Hamberger, Meusel: Das gelehrte Teutschland. Bd. 10. 1803.
  • Holstein, H.: ADB Bd. 36. S. 498—501.
  • Neuer Nekrolog der Deutsche. Jg. 23. 1845.


© Redaktion Tabellenwerke